| Über die Deutsche Sprache |
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Stran 1 od 3 Introduction Andragoški zavod Maribor - Ljudska univerza is the author and the coordinator of the Language Festival project. Together with the partners from the Netherlands, Germany, Check Republic, Slovakia and Hungary we applied for financing with EU programme Socrates - Lingua 1. The project received positive feedback and was accepted by European Commission to be implemented between October 2003 and October 2005. In the project we prepared and organised the Language Festival in Maribor from 29th September to 2nd October 2004, held book exhibition of minor European languages, produced a web site and books on chosen languages. The Festival hosted many experts who introduced 24 European languages to general public in 4 days not only at AZM-LU but also at many schools and other institutions. In April 2005 we held book exhibition where we presented books and other materials on 17 minor European languages at Maribor Faculty of Education. We finalised the activities by producing the web site you're using at the moments. Here you can find some information regarding language connected culture, basic characteristics of relevant languages and language survival kits. Website language is Slovenian. Also German and English versions are available. In time we hope to achieve English, German and Esperanto descriptions for all languages. This website is still very much alive and constantly expanding. We plan to add new languages as well. Promotionally the project enjoyed great success. In cooperation with Mediamix we created an innovative way of attracting the public and received many awards at advertising festivals. Socrates Lingua declared the Language Festival project one of 50 best examples of promoting languages. Info regarding promotion of the Festival is available on: http://www.mediamix.si/slo/News/2005junij02.html Melita Cimerman and Zlatko Tišljar. Der Autor: Sabine Fanfule Einleitung ![]() „Was den Deutschen vom Österreicher trennt, ist die gemeinsame Sprache.“ Dieser - häufig Karl Kraus zugeschriebene – Ausspruch dürfte eine Lehnübersetzung aus dem Englischen sein, wo ähnliche Vergleiche zwischen der amerikanischen und der britischen Variante der englischen Sprache gang und gäbe sind. Will man über die deutsche Sprache sprechen, so ist es notwendig die Fragen zu klären, was mit dieser einen deutschen Sprache gemeint ist, wo sie gesprochen wird und wie sich die im obigen Cartoon zum Ausdruck kommenden unterschiedlichen Ausprägungen der deutschen Sprache erklären lassen. Die Verbreitung der deutschen Sprache Deutsch ist heute in insgesamt sieben Staaten Amtssprache. Der Status des Deutschen in diesen Staaten ist allerdings unterschiedlich. In Deutschland, Österreich, Liechtenstein, Luxemburg und der Schweiz ist Deutsch Amtssprache auf nationaler, gesamtstaatlicher Ebene. Deutsch wird hier also in den zentralen Staatsorganen (Parlament, Regierung, Verwaltung …) auf nationaler Ebene verwendet. Der Begriff „deutschsprachige Länder“ bezieht sich zumeist auf jene vier Staaten, in denen die Muttersprachler des Deutschen die Bevölkerungsmehrheit bilden: die Bundesrepublik Deutschland, Österreich, die Schweiz und Liechtenstein. Während die deutsche Sprache in Deutschland, Österreich und Liechtenstein die alleinige staatliche Amtssprache ist, existieren in der Schweiz und in Luxemburg daneben noch weitere nationale Amtssprachen: In der Schweiz sind das Französisch und Italienisch auf nationaler Ebene und daneben das Rätoromanische auf regionaler Ebene. In Luxemburg hat Deutsch eine eher untergeordnete Stellung neben Französisch und Letzeburgisch. Darüber hinaus ist Deutsch regionale Amtssprache – also nicht auf gesamtstaatlicher Ebene, sondern auf eine gewisse Region begrenzt – in der deutschsprachigen Gemeinschaft in Belgien und in der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol in Italien. Bis 1990 war Deutsch außerdem Amtssprache in Namibia, der ehemaligen Kolonie Deutsch-Südwestafrika. ![]() Betrachtet man alle diese Regionen, in denen Deutsch auf nationaler oder regionaler Ebene staatliche Amtssprache ist, auf einen Blick, so fällt ein Unterschied zu Sprachen wie dem Englischen oder dem Französischen ins Auge: Die Amtssprachregion des Deutschen ist zusammenhängend und nicht über mehrere voneinander getrennte Gebiete oder sogar Kontinente erstreckt. Vielleicht ist gerade diese geographische Zusammengehörigkeit ein Grund dafür, dass häufig übersehen wird, dass das Deutsche – ähnlich wie beispielsweise das Englische – unterschiedliche nationale Varietäten aufweist, die durchaus nicht als dialektale Varianten aufzufassen sind. Greifen wir nochmals auf unseren Vergleich mit dem Englischen zurück, um das Problem der unterschiedlichen Varietäten zu veranschaulichen: Dass österreichisches Deutsch „kein schönes Hochdeutsch“ sei, sondern ein Dialekt, hört man nicht selten gerade von ausländischen Deutschlernern. Aber haben Sie schon einmal gehört, dass amerikanisches Englisch als Dialekt bezeichnet wurde? Ähnlich wie das Englische weist auch das Deutsche mehrere Sprachzentren mit unterschiedlich ausgeformten Varietäten auf, weshalb Deutsch als „plurizentrische Sprache“ bezeichnet werden kann. Die Sprachzentren des Deutschen sind Deutschland, Österreich und die deutschsprachige Schweiz. In diesen Ländern haben sich nämlich spezifisch ausgeformte Standardvarietäten des Deutschen herausgebildet, so dass man von bundesdeutschem Deutsch, österreichischem Deutsch und schweizerischem Deutsch sprechen könnte. Die Plurizentrizität in diesem Sinne ist nicht zu verwechseln mit den zahlreichen regionalen Dialekten, die es im Deutschen gibt. Die genannten drei Varietäten des Deutschen sind nämlich Standardvarietäten, die auch amtlich institutionalisiert sind und in Behörden, Medien und öffentlichen Situationen und Institutionen verwendet werden. Sie sind kodifiziert, ihre Formen sind also in Wörterbüchern und Grammatiken festgelegt. So ist beispielsweise das österreichische Wort „Marille“, das der bundesdeutschen Variante „Aprikose“ entspricht, als standardsprachlicher Ausdruck im Österreichischen Wörterbuch zu finden. Allerdings ist die Plurinationalität der deutschen Sprache „asymmetrisch vor allem aufgrund des Größenunterschieds zwischen den nationalen Zentren, der eine gewisse Dominanz Deutschlands bedingt, auch in sprachlicher Hinsicht. Ein Aspekt davon ist der weit größere Umfang des sprachlichen Kodexes Deutschlands, der unter anderem ein 8- und ein 6-bändiges Wörterbuch, eine eigene Grammatik, drei verschiedene Aussprachewörterbücher des Gegenwartsstandarddeutsch und anderes enthält. Verglichen damit nehmen sich die Sprachkodizes Österreichs und der deutschsprachigen Schweiz bescheiden aus. Ein anderer Aspekt dieser Dominanz sind die über Medien, Tourismus und andere Kanäle von Deutschland in die anderen Zentren eindringenden Sprachformen. Dieser Vorgang ist vor allem Angehörigen der Bildungsschichten teilweise bewusst und hat zu Abwehrreaktionen verschiedener Art geführt.“(Ammon 1997, S. 9) Beispielhaft für einen derartigen Einfluss und die darauf folgende Abwehrreaktion kann die empörte Reaktion der Österreicher auf eine geplante Sprachregelung der EU angeführt werden. Diese Regelung sah die „Eindeutschung“ zahlreicher österreichischer Begriffe – vornehmlich aus dem kulinarischen Bereich – vor, was beispielsweise die Ersetzung der österreichischen Bezeichnung „Marmelade“ durch die bundesdeutsche Variante „Konfitüre“ befürchten ließ. In Österreich war diese Regelung Auslöser einer medialen Debatte, so dass schließlich aufgrund der heftigen Abwehrreaktion und des Durchsetzungsvermögens der Österreicher (neben einer Reihe weiterer anerkannter österreichischer Bezeichnungen) die Warenbezeichnung „Marmelade“ erhalten blieb. Dieses Beispiel macht auch die politische Dimension der Sprachregelungen deutlich, in denen sich die Bemühungen um die Pflege und Erhaltung der eigenen nationalen Varietät und Identität widerspiegeln. Die deutsche Sprache ist in ihrer Verbreitung aber nicht nur auf die nationalen Sprachzentren und die Regionen beschränkt, in denen sie den Status einer Amtssprache hat. Weltweit verteilt sind die Regionen, in welchen deutschsprachige Minderheiten leben. Deutschsprachig sind diese Minderheiten insofern, als ihre Muttersprache Deutsch ist, obwohl in ihrem Wohngebiet Deutsch nicht den Status einer Amtssprache hat. Was ihre Geschichte, Lebensweise, Kultur und ihren Sprachgebrauch betrifft, sind diese deutschsprachigen Minderheiten sehr heterogen. Neben Jahrhunderte lang Ansässigen gibt es Neueingewanderte oder gar nur vorübergehend aus geschäftlichen Gründen im betreffenden Land weilende Deutschsprachige, sog. „Kontraktdeutsche“. (Vgl. Ammon 1991, S. 86-114) Aus verschiedenen Gründen (z.B. Kriterien der zahlenmäßigen Abgrenzung, Zuverlässigkeit der Quellen für quantitative Angaben der Sprecher, Aktualität der Daten, Einheitlichkeit der Vergleichskategorien etc.) ist es nicht leicht, einen zuverlässigen aktuellen Überblick über die deutschsprachigen Minderheiten zu gewinnen. Um dennoch einen kurzen Einblick zu geben, greife ich auf die bislang umfassendste Übersicht über die deutschsprachigen Minderheiten von Born/Dickgießer aus dem Jahr 1989 zurück. Wichtigstes Kriterium bei der Auswahl der Länder war in dieser Studie die Größe der jeweiligen deutschsprachigen Minderheit (genauer gesagt eine zahlenmäßige Abgrenzung nach unten); außerdem standen alteingesessene Minderheiten im Zentrum des Interesses. Nach dieser Studie ist Deutsch in insgesamt 25 Ländern der Welt Minderheitssprache: Argentinien, Australien, Belize, Bolivien, Brasilien, Chile, Dänemark, Ecuador, Frankreich, Israel, Kanada, Kolumbien, Mexiko, Namibia, Paraguay, Peru, Polen, Rumänien, Sowjetunion, Südafrika, Tschechoslowakei, Ungarn, Uruguay, USA, Venezuela. Die Dichte (das Zahlenverhältnis Deutschsprachiger zu Anderssprachigen im Land) ist in Paraguay mit 32,98 Promille am höchsten, in Peru mit 0,22 Promille am geringsten. (Vgl. Ammon 1991, S. 106f.) ![]() Die Gesamtzahl der Sprecher mit deutscher Muttersprache weltweit beträgt somit insgesamt ca. 10 Millionen. Im Vergleich mit anderen Sprachen liegt Deutsch etwa auf dem 10. Rang. |



